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Zahnsprechstunde für Maxi

„Mein Maxi riecht schon länger so aus dem Maul.......“.

Kurz die Lefze angehoben und..... stinkende , dicke braune Massen aus Zahnstein werden sichtbar , trübe , oft mit Blut vermischte Flüssigkeiten tropfen einem entgegen . Irgendjemand in den hinteren Reihen öffnet lautlos ein Fenster .

Dieses Szenario spielt sich häufig in der Tierarztpraxis ab , denn leider führen viele Zähne in den Mäulern unserer Liebsten immer noch ein Schattendasein .

Woher kommt`s ?

Also ganz kurz........

Bakterien bilden im verschmutzten Maul durch Vermehrung Bakterienrasen (Plaques) , die sich an den Zähnen anlagern . Ohne Maulhygiene führen sie in Verbindung mit Mineralien aus dem Speichel zur Bildung von Zahnstein .

Vom Zahnstein ausgehend befallen sie das Zahnfleisch , die Kieferknochen und sehr häufig über den Blutweg, die inneren Organe .

 

 

Wieso passiert das meinem Maxi und nicht dem wilden Wolf oder Tiger ?

-Wildtiere haben an Ihrer unterschiedlich zusammengesetzten Beute ganz schön zu kauen . Knochen, ledrige Haut und faserreicher Darminhalt einer erlegten Beute schleifen die Zähne sauber .

-Wildtiere bekommen ihr Futter nicht 3 – 5 mal am Tag oder sogar zur freien Verfügung hingestellt , wie unsere Lieben. Ihr Gebiss nimmt einmal Beute auf und hat dann oft tagelang Zeit, um sich selbst zu reinigen, bis die nächste Nahrung die Zähne wieder „verdreckt“ .

-Rassespezifische Züchtung führt vor allem bei den kurznasigen Rassen zu immer engerer Zahnstellung . Als Folge bleibt Futter in den Zahnzwischenräumen hängen .

Dem Tierarzt bleibt nun die Aufgabe den Schaden so weit wie möglich zu begrenzen . Zahnsteinentfernen , Zahnfleischtaschen säubern, Zähne polieren, Schmelzdefekte korrigieren, Zähne reißen, eventuell auch die Gabe von Antibiotika .........

und tatsächlich hört Maxi nach ein paar Tagen auf zu riechen .

Aber wie geht es danach mit Maxi weiter ?

Maxi sollte, falls er ein Hund ist sein Futter einmal täglich bekommen. Erwachsene Hunde brauchen keine vier Mahlzeiten .

So haben die Zähne 23 Stunden Zeit um sich durch Speichelfluß und Zungenbewegung selbst zu reinigen.

Ist Maxi eine Katze bleibt es bei den zwei Mahlzeiten pro Tag. Aber auch hier wird kein Futter zur freien Verfügung stehen gelassen, denn 10 Stunden Reinigungszeit ist besser als keine .

Außerdem empfehle ich:

- Meinen Hundebesitzern Trockenfutter zu füttern (kann kurz vor dem Fressen mit Wasser übergossen werden) .

-Meinen Katzenbesitzern morgens Feuchtfutter abends Trockennahrung .

Trockenfutter hat mehr mechanische Schleifwirkung als Feuchtnahrung . Zudem wird ein an Trockenfutter gewöhntes Tier Zahnpflegefutter besser akzeptieren .

4 mal im Jahr eine zweiwöchige Kur mit hochwertigem Zahnfutter aus Ihrer Tierarztpraxis bewirkt viel .

Zusätzlich zum Zahnfutter bieten sich bei der Katze Kaurolls an , die meist gerne aufgenommen werden .

Für den Hund sind ebenfalls Dental Kauknochen erhältlich .

Beides sollte mindestens 3  mal pro Woche nach der letzten täglichen Futteraufnahme gegeben werden.

Zähneputzen mit schmackhafter Hühnchenzahnpasta ist bei ruhigen Hunden eine sehr gute Möglichkeit. Dem Hundewelpen kann man das Zähneputzen sehr gut spielerisch beibringen.

Für die völlig widerspenstige Katze sind desinfizierende Zahnpasten eine brauchbare Alternative. Täglich ein Tropfen auf jeden Eckzahn verlängert die Zahnsteinentfernungsintervalle oft um das Doppelte .

 

  

 

Trotz sämtlicher Maßnahmen muss eine jährliche Zahnkontrolle durch den Tierarzt stattfinden .

Fazit : Regelmäßige Zahnpflege verbessert Maxi's Gesundheit und das Zusammenleben mit Frauchen und Herrchen .